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20 Jun 2017

Europäischer Mindestpreis für CO2-Zertifikate: Energie-Experten befürchten massive Strompreiserhöhung durch Macron-Pläne

Düsseldorf, 20. Juni 2017. Die europaweite Einführung einer Preisuntergrenze für Emissionszertifikate hat negative Folgen gerade für exportorientierte, energieintensive Branchen in Deutschland. Darauf weisen Marktexperten von Pöyry Management Consulting im Vorfeld des morgen beginnenden BDEW-Kongresses hin, die die Konsequenzen eines Vorschlags des französischen Präsidenten Emmanuel Macron analysiert haben. Macron hatte nach Angaben des Bloomberg-Reports einen Mindestpreis für CO2-Zertifikate („Carbon Floor") in Höhe von 30 Euro/Tonne ins Spiel gebracht, um CO2-Emissionsziele in Europa schneller zu erreichen. Das würde zwar gelingen, allerdings würde der Strompreis in Deutschland dadurch um rund 40 Prozent steigen, so die Berechnungen der Pöyry-Experten. Die volkswirtschaftlichen Folgen für den Standort Deutschland wären erheblich.

„Der von Macron geforderte CO2-Mindestpreis bedroht sofort tausende Arbeitsplätze in Kohlekraftwerken, gefährdet die Versorgungssicherheit mit Energie und führt unweigerlich zu Wettbewerbsnachteilen für exportorientierte, energieintensive Branchen in Deutschland", so Clemens Hecker, Senior Principal bei Pöyry Management Consulting. Den Pöyry-Berechnungen zufolge würde sich der durchschnittliche Großhandelspreis für Strom in Deutschland in 2017 unter diesen Voraussetzungen um 15 Euro je Megawattstunde (MWh) auf rund 50 EUR/MWh erhöhen. Mit dem aktuellen Emissionszertifikatspreis von rund fünf Euro/Tonne sei die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken wegen der höheren Gaspreise immer noch deutlich günstiger als aus Gaskraftwerken. „Ein CO2-Mindestpreis in Höhe von 30 Euro je Tonne dreht dieses Verhältnis komplett um: Die durchschnittlichen Kosten eines typischen Kohlekraftwerks steigen so von rund 35 Euro auf 55 Euro je Megawattstunde, während sie sich bei modernen Gaskraftwerken lediglich von rund 39 Euro auf 47 Euro je Megawattstunde erhöhen", so Hecker. Die Folge: Gas- und Kohlekraftwerke würden ihre Positionen in der Merit-Order tauschen und Gaskraftwerke vermehrt im attraktiven Grundlastbereich laufen.

Dies führe, so Hecker, wegen des niedrigeren Emissionsfaktors von Gaskraftwerken unverzüglich zu einer massiven Reduktion der CO2-Emissionen in Deutschland um 55 Millionen Tonnen pro Jahr. Somit würde Deutschland unmittelbar die für 2024 gesteckten CO2-Emissionsziele erreichen. Hinzu komme, dass ein höheres Preisniveau für Strom den Ausbau erneuerbarer Energiequellen weiter beschleunige und langfristig eine weitere Reduzierung der CO2-Emissionen bewirke. „Ein CO2-Mindestpreis kurbelt die Erzeugung aus Gaskraftwerken an und ist gut für CO2-Emissionsziele. Aber er führt auch dazu, dass viele Kohlekraftwerke, die nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen sind, rasch stillgelegt werden müssten", erläutert der Energie-Experte.

In Ländern, deren Erzeugung maßgeblich von Kohlekapazitäten abhänge, könnten Stilllegungen die Versorgungssicherheit bedrohen. Dies würde neue Gaskapazitäten erforderlich machen, was zu einer Erhöhung der Systemkosten führe. Für Hecker gibt es einen Ausweg aus diesem Preisdilemma: „Wir müssen „grüne Kohle" im Netz halten. Das wäre mit verstärkten Investitionen in neue Technologien wie beispielsweise Kohle- und Biokonversion, CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) sowie CO2-Abscheidung und -Verwendung (CCU) machbar. Und so könnten wir auch eine in Hinblick auf Klimaschutz, Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit verantwortungsvolle Dekarbonisierung sicherstellen."

Über Pöyry

Pöyry Management Consulting ist Teil der Pöyry-Gruppe und eine der führenden Managementberatungen für Entscheidungsträger im europäischen Energiemarkt. Pöyry

Management Consulting unterstützt Energieversorger, Banken und Finanzinvestoren sowie Industrieunternehmen bei Herausforderungen in allen Wertschöpfungsstufen (Erzeugung, Handel, Netze, Vertrieb). Hierbei liegt der Beratungsfokus auf den Bereichen Strategie, Marktanalyse, M&A, Asset-Bewertung, neue Geschäftsmodelle sowie der nachhaltigen Ergebnisverbesserung. Das Team von Pöyry Management Consulting umfasst mehr als 400 Managementberater mit tiefgreifender Markt- und Beratungsexpertise.

Pöyry ist ein international tätiges Consulting- und Engineering-Unternehmen und bietet intelligente Lösungen für die Bereiche Energieerzeugung, Energieübertragung und -verteilung, Papier & Zellstoff, Chemie & Biorefining, Bergbau & Metallerzeugung, Verkehr sowie Wasser. Im Jahr 2016 erzielte Pöyry einen Nettoumsatz von 530 Millionen Euro. Das Unternehmen ist an der Börse von Nasdaq Helsinki registriert (POY1V). Ungefähr 5.500 Experten. 40 Länder. 130 Büros.

www.poyry.de

Kontakt

Clemens Hecker
Senior Principal
Pöyry Management Consulting

Tel.: +49 211 17 52 38 0

Daniela Sturm
Group Communications, Germany
Pöyry Deutschland GmbH

Tel.: + 49 621 8790 179